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Eine kurze Geschichte von pudelwohl

Der schwule Gesundheitsladen pudelwohl wurde 2009 aus der Kooperation zwischen dem KCR (dem Dortmunder Schwulenzentrum), der aidshilfe dortmund, dem Gesundheitsamt der Stadt Dortmund, dem SLADO und der Aidshilfe NRW geboren.

Die ersten 6 Jahre waren wir in einem kleinen Ladenlokal am Alten Burgwall, bis wir dann zusammen mit den Kollegen aus der aidshilfe an den Gnadenort gezogen sind.

 

Die Vorläufer

Seinen Anfang nahm die Geschichte von pudelwohl im KCR, dem Dortmunder Lesben- und Schwulenzentrum und in der aidshilfe, die im Rahmen des landesweiten Herzenslust-Projektes nur mit sehr geringen Ressourcen aufsuchend in der Szene präsent.

 

Vor dem Hintergrund der damaligen Situation in der Dortmunder Szene mit einer Vielzahl an Bars, Kneipen, Saunen und Fetischläden, die alljährlich von geschätzten 150.000 schwulen und bisexuellen Männern aus Dortmund und Umgebung besucht wurden, erkannte man die Notwendigkeit eines deutlichen Ausbaus der Präventionsangebotes für MSM (Männer, die Sex mit Männern haben).

 

In Folge dessen wurde 2008 das erste, damals noch rein ehrenamtlich organisierte und umgesetzte Beratungs- und Testangebot vom KCR ins Leben gerufen. Drei der Grundsätze dieses ersten Angebotes bestehen bis heute:

  1. Die Beratung wird von speziell geschulten schwulen bzw. bisexuellen Männern durchgeführt, die sich mit der Lebenswelt der Testnutzer auskennen.
  2. Die Testzeiten sind arbeitnehmerfreundlich am frühen Abend.
  3. Die HIV-Tests sind für die Nutzer kostenlos.

Im ersten Jahr konnten schon ca. 230 Tests verbucht werden. Der erste und seinerzeit einzige Arzt im Projekt war Andreas Bellmunt, der sich bis heute für pudelwohl engagiert.

In dieser Zeit entstanden auch die ersten Ideen für eine Kampagne, die schwule und sexuelle Gesundheit weiter denkt - also über HIV und STI hinausgeht und Aspekte wie Antidiskriminierungsarbeit, Unterstützung und Austausch innerhalb der Szene, peer-to-peer-Beratung und allgemein eine glückliche Sexualität umfasst.

 

Die Gründung von pudelwohl

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der „Stricherstudie 2008“, die Dortmund als Oberzentrum der mann-männlichen Sexarbeit im östlichen Ruhrgebiet auswies, erkannte auch die aidshilfe dortmund die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der MSM-Präventionsarbeit.

In der Folge entwickelten die aidshilfe dortmund und das KCR begleitet von der Aidshilfe NRW gemeinsam mit dem Slado und dem Dortmunder Gesundheitsamt das ganzheitliche Konzept eines schwulen Gesundheitsladens, das u. a. auch die Herzenslust-Angebote und ein Stricherprojekt integrieren sollte.

Nach intensiven Beratungen stimmte die Politik einer teilweisen Neuausrichtung der Dortmunder Präventionsarbeit zu und eine erste Basisfinanzierung war gesichert.

Zwei Teilzeitkräfte wurden eingestellt, das Gesundheitsamt stellte in Person von Andreas Klein, dem heutigen Aidskoordinator, maßgebliche Personalressourcen direkt für das Projekt ab. Diese enge Kooperation war in der Aufbauphase von unschätzbarem Wert und stellte u. a. sicher, dass keine Konkurrenz zum städtischen HIV-Testangebot entstand. So war und ist der Gesundheitsladen stets ein ergänzender Baustein für Männer, die von den bestehenden Angeboten nicht erreicht wurden.

Schließlich wurden 2009 die Räume am Alten Burgwall in der City von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern gemeinsam renoviert und bezogen.

„Gesund und schwul mit pudelwohl“ war geboren.

 

Die ersten Jahre am Alten Burgwall

Direkt nach dem Einzug in die Räume am Alten Burgwall zog auch das Testprojekt aus dem KCRs in den pudelwohl-Laden um. Hier wurden neben den regelmäßigen HIV Tests, auch STI-Test-Wochen angeboten. Außerdem wurde das Testangebote auf drei Tage im Monat ausgeweitet.

Regelmäßig an den Wochenenden war das Herzenslust-Team in der Dortmunder Szene unterwegs, verteilte Präventionsmaterial und bewarb das pudelwohl-Angebot.

Außerdem wurden Workshops zu verschiedenen Gesundheitsthemen angeboten und Shalk, eine schwul-lesbischen Suchtselbsthilfegruppe, nutze recht bald die Räume von pudelwohl. Tagsüber wurde der pudelwohl-Laden von neonlicht für eine offene Sprechstunde und für ein regelmäßiges Klientenfrühstück genutzt.

 

Die jüngste Vergangenheit am Gnadenort

2015 zog pudelwohl zusammen mit anderen Bereichen der aidshilfe in neue Räume am Gnadenort. Hier wurde das STI-Testangebot ausgebaut und neue Themen wie die PrEP und der Selbsttest in das Beratungsangebot integriert. Außerdem wurde pudelwohl um Szeneangebote wie „Stößchen!“ (2017) und den monatlichen Filmabend (2018) erweitert.

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